Arbeitsanweisung für die Durchführung der manuellen Probeentnahme der Milchprüfung (MP)

(Probeentnahme in Käsereien, Milchsammel- und Zentrifugierstellen)

1. Ziel und Zweck

Mit dieser Arbeitsanweisung soll eine einheitliche Durchführung der manuellen Probeentnahme für die Milchprüfung (MP) sichergestellt werden. Diese Arbeitsanweisung basiert auf den Ausführungsbestimmungen für die Probeentnahme bei der Milchprüfung von Suisselab AG Zollikofen (nachfolgend Suisselab genannt). Diese Arbeitsanweisung ist aus Verständlichkeitsgründen in der männlichen Person verfasst. Selbstverständlich sind damit auch immer weibliche Personen gemeint.

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2. Geltungsbereich

Die Arbeitsanweisung gilt für

  • Personen (Probenehmer), die MP-Proben manuell in Sammelstellen (Käsereien, Milchsammel- und Zentrifugierstellen) fassen;
  • Milchkäufer und Sammelstellenbetreiber, die bei der MP für die Probenerhebung verantwortlich und mit Suisselab vertraglich eingebunden sind.

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3. Allgemeine Bestimmungen

Der Milchkäufer (= verantwortliche Stelle für das Rapportwesen) hat, in Absprache mit der Milchproduzentenvereinigung, für die Probeentnahme einen neutralen Probenehmer und die Stellvertretung zu bestimmen. Die Ernennung muss durch Suisselab bestätigt werden. Suisselab kann die Ernennung eines neuen Probenehmers verlangen, wenn die ordnungsgemässe Probeentnahme nicht gewährleistet ist.

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4. Aufgebot zur Probeentnahme

Der Probenehmer bzw. sein Auftraggeber (Milchkäufer) wird von Suisselab über die Daten der Probeentnahme informiert. Die Meldung ist von den Beteiligten vertraulich zu behandeln und darf Drittpersonen nicht bekannt gegeben werden.

Ist der Probenehmer am angeordneten Datum aus unvorhergesehenen Gründen verhindert die Proben zu nehmen, hat er unverzüglich seinen Stellvertreter aufzubieten. Geplante Abwesenheiten (z.B. Ferien, Militär) hat der Probenehmer Suisselab frühzeitig zu melden, damit diese den Stellvertreter aufbieten kann. Der Probenehmer hat ebenfalls seinen Stellvertreter über die geplanten Abwesenheiten zu informieren.

Der Probenehmer hat Suisselab sofort telefonisch zu benachrichtigen, falls die Probeentnahme am angeordneten Datum aus zwingenden Gründen nicht erfolgen kann bzw. konnte. Die aus der Verschiebung entstandenen Kosten tragen die Milchkäufer.

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5. Lagerung des Materials für die Probeentnahme

Das Material für die Probeentnahme ist an einem trockenen und sauberen Ort zu lagern. Probeflaschen und Schöpfkelle dürfen erst unmittelbar vor dem Gebrauch aus den Plastikbeuteln herausgenommen werden.

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6. Vorbereitung der Probeentnahme

Das benötigte Material für die Kühlung und Kühlhaltung der Proben muss sorgfältig vorbereitet werden.

Vor Beginn der Probeentnahme ist für die Kühlung der zu fassenden Proben Eiswasser (ab Eiswasseranlage oder kaltes Leitungswasser mit Eiswürfeln bzw. Eisbeuteln) bereitzustellen.

Sofern in Einzelfällen keine etikettierten Probeflaschen vorliegen, ist die noch trockene Probeflasche vor der Probeentnahme mittels wasserfestem Faserstift mit der Genossenschaft und Lieferantennummer zu kennzeichnen. Die von Hand angeschriebenen Nummern müssen denjenigen auf dem Begleitrapport für Proben der Milchprüfung entsprechen.

Falls es die Umstände verlangen, sind ein Mischbehälter (siehe Ziffer 7.4) und ein Kannenrührer (siehe Ziffer 7.1 a) aus rostfreiem Metall in einwandfrei gereinigtem und entkeimtem Zustand vorzubereiten.

Für die Spülung der Schöpfkelle und gegebenenfalls des Mischbehälters und des Kannenrührers ist sauberes und kaltes Leitungswasser (d.h. Wasser direkt ab Hahn ohne Schlauch) zu verwenden. Die Spülung erfolgt in einer einwandfrei gereinigten und entkeimten Kanne. Das Spülwasser ist spätestens nach 20 gefassten Proben zu erneuern.

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7. Durchführung der Probeentnahme

1.1.    Grundregeln

Von der Milch jedes Produzenten ist aus der gesamten zur Ablieferung gebrachten Milch eine Probe zu fassen. Wenn die Milch aufgerahmt ist (z.B. einmal tägliche oder zweitägige Ablieferung) ist zwingend ein Kannenrührer einzusetzen. Dabei ist wie folgt vorzugehen:

a) Aufrühren der Milch:

Die Milch im Transportgefäss ist mit einem Milchrührer gründlich aufzurühren.

Ausnahme:
Falls die Milch in Kannen zweimal täglich innerhalb 2 Stunden nach dem Melken geliefert wird, kann mit der Schöpfkelle sieben bis zehn Mal zügig in Form einer
Ellipse durchgemischt werden.

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b) Öffnen der Flasche:

Die Probeflasche wird an den "Ohren"
des Deckels direkt am Stiel der Schöpf-
kelle geöffnet.

Achtung: Die Schöpfkelle muss vorher
gut abgetropft werden!

Um den Deckel vollständig zurück zu
klappen bzw. zu öffnen, wird die Spitze
der Schöpfkelle verwendet.

 

Achtung: Der Deckel darf nicht innen
oder am Seitenrand mit den Fingern
berührt werden.

Das Öffnen der Probeflaschen ohne
Schöpfkelle (wie oben beschrieben) ist

für die MP-Probeentnahme nicht zulässig.

 

c) Verschliessen der Flasche:

Der Deckel lässt sich durch einfaches Umklappen wieder verschliessen!

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7.2. Produzenten mit einem einzigen Transportgefäss

Die Milchprobe wird mit der Schöpfkelle aus dem
Transportgefäss genommen und die Probenflasche bis
zur obersten Ringmarke (50 ml) gefüllt. Die Flasche wird
darauf sofort mit dem Deckel verschlossen.

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7.3.    Produzenten mit zwei bis vier Transportgefässen

Mit der Schöpfkelle sind möglichst vergleichbare (aliquote) Teilmengen aus der gründlich aufgerührten Milch aller Transportgefässe bis zur obersten Ringmarke (50 ml) in die Probeflasche abzufüllen.

Die Ringmarken der Probeflaschen dienen als Anhaltspunkte für die Teilmengen (Prinzip: 2 Gefässe = 2 Ringmarken pro Gefäss , 3 Gefässe = 1 1/3 Ringmarken pro Gefäss, 4 Gefässe = 1 Ringmarken pro Gefäss). Von nur halb gefüllten Gefässen sind entsprechende Teilmengen zu berücksichtigen.

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7.4.    Produzenten mit fünf und mehr Transportgefässen

Bei Produzenten mit fünf und mehr Transportgefässen werden die Teilmengen der Probe mit Hilfe eines einwandfrei gereinigten und entkeimten Mischbehälters (Mischbehälter gehört der Probeentnahmestelle) bereitgestellt. Anstelle eines Mischbehälters darf auch ein Kannendeckel des betreffenden Produzenten verwendet werden. Dabei wird aus jedem Transportgefäss - nach entsprechendem Aufrühren der Milch (gemäss Ziffer 7.1 a) - eine Schöpfkelle Milch in den Mischbehälter gegeben. Nach gründlichem Durchmischen der Teilmengen im Mischbehälter wird mit der Schöpfkelle die Probeflasche bis zur obersten Ringmarke gefüllt (50 ml).

Vor dem Durchmischen der Teilmengen im Mischgefäss wird die Probeflasche gemäss Ziffer 7.1 b) für das Befüllen vorbereitet.

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7.5.    Weitere Bestimmungen zur Probeentnahme

Nach jeder Probeentnahme (nicht aber nach der Milchentnahme aus den einzelnen Transportgefässen eines Produzenten) ist die Schöpfkelle und der Kannenrührer in der zu diesem Zweck bereitgestellten Kanne zu spülen. Vor jeder neuen Probeentnahme lässt man sie gut abtropfen.

Bei Verwendung eines Mischbehälters wird dieser wie die Schöpfkelle zwischen zwei Probeentnahmen gespült. Vor der nächsten Verwendung ist der Mischbehälter einwandfrei zu leeren und mit Milch aus einem Transportgefäss des entsprechenden Produzenten zu spülen. Diese Massnahme ist notwendig, damit die zu fassende Probe nicht verwässert wird (Kriterium Gefrierpunkt!).

Unmittelbar nach der Entnahme sind die einzelnen Proben mit Eiswasser zu kühlen.

Sämtliche Probenflaschen, inklusive der leeren oder irrtümlich geöffneten, sind zu retournieren.

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8. Kühlung und Kühlhaltung der Proben

Ab Beginn der Probefassung ist sicherzustellen, dass die Proben im Eiswasser oder Leitungswasser mit Eiswürfeln gekühlt werden. Nach Abschluss der Probeentnahme sind die Proben bis zum Abtransport in einem Kühlschrank / Kühlraum bei 1 - 5 °C zu lagern. Unbefugte Personen dürfen keinen Zugang zu den Proben haben.

Werden Proben von der am Abend eingelieferten Milch erhoben, so müssen sie über Nacht bei Temperaturen zwischen 1 - 5 °C im Kühlschrank / Kühlraum aufbewahrt werden. Unbefugte Personen dürfen keinen Zugang zu den Proben haben.

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9. Begleitrapport für Proben der Milchprüfung

Nach Abschluss der Probeentnahme hat der Probenehmer den entsprechenden Begleitrapport vollständig auszufüllen und zu unterschreiben.

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